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CEREBRALE BEWEGUNGSSTÖRUNG
/ INFANTILE ZEREBRALPARESE CP
Unter einer infantilen Zerebralparese
versteht man eine bleibende, aber nicht unveränderbare
Haltungs- und Bewegungsstörung infolge einer prä-,
peri- oder postnatalen zerebralen Funktionsstörung, die
eingetreten ist, bevor das Gehirn seine Reifung und Entwicklung
abgeschlossen hat. (Spastic Society, Berlin, 1966)
Ursache
- Pränatal: Metabolische,
vaskuläre, virale oder toxische Störung.
- Perinatal: Sauerstoffmangel,
Blutungen im Zentralnervensystem.
- Postnatal: Meningitis, Enzephalitis,
Blutung, Schädel-Hirn-Trauma.
Erscheinungsformen
Das geschädigte Zentralnervensystem
(ZNS) bringt drei Fehlleistungen mit sich: Ausfälle von
Funktionen, Enthemmung von Funktionen und Dysregulationen.
Vereinfachte Einteilung:
- Spastik: Sie ist charakterisiert durch eine zu starke
Muskelspannung (Hypertonie) infolge der zentralnervösen
Fehlsteuerung. Diese Spannung ist zusätzlich abhängig
von körperlicher, seelischer und geistiger Anspannung positiver
wie auch negativer Art. Nicht nur die Wirkmuskeln (Agonisten)
sondern auch die Gegenwirkmuskeln (Antagonisten) sind betroffen.
- Dyskinesien: Diese Störungen sind gekennzeichnet
durch unwillkürliche Bewegungen, die langsam, wurmförmig
oder auch ausfahrend und ruckartig sein können. (Bsp. Athetose)
- Ataxie: Sie zeigt sich durch Störungen der Koordination
und des Gleichgewichtes.
- Gemischte Formen.
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- Diparese (Diplegie): Vorherrschende Behinderung
der unteren Körperhälfte, Arme meist viel weniger betroffen.
Oft bei Frühgeburten. Das Kind ist gehfähig, z.T. mit
Hilfsmitteln (Schienen / Stöcke / Rollator). Die Beine werden
im Adduktion- (Knie zusammen) und Innenrotationsmuster bewegt.
Kleinere Kinder sitzen mit Vorliebe im Zwischenfersensitz, robben
gerne oder benutzen den Häschensprung. Die geistige Entwicklung
ist meist weniger beeinträchtigt.
- Tetraparese (Tetraspastik / Quadripledie): Alle Extremitäten
sind betroffen. Die Haltung ist oft asymmetrisch. Die Kopfkontrolle,
die Augenkontrolle und die Sprachmotorik sind erschwert. Die
geistige Entwicklung kann beeinträchtigt sein. Die betroffenen
Kinder sind meist nicht gehfähig.
- Hemiparese (Hemiplegie): Eine Körperseite
ist betroffen, wobei meist der Arm stärker beeinträchtigt
ist als das Bein. Der Arm wird in Beugung gehalten, die Finger
sind gekrümmt, die betroffene Beckenhälfte wird hoch-
und zurückgezogen und das Bein wird in Spitzfussstellung
gehalten. Die Kinder sind selbständig gehfähig. Ihre
geistige Entwicklung ist gut, sofern nicht ein Anfallsleiden
hinzukommt.
- Athetose (gehört zu den Dyskinesien): Ursache
ist meist ein Kernikterus. Der Säugling ist schlaff (hypoton),
später hat das Kind tonische Zwangshaltungen. Die reziproke
Innervation der Muskulatur ist gestört, was zu bizzaren
Bewegungen führt. Die Kinder haben eine schlechte Zielmotorik
und das Loslassen fällt ihnen schwer. Das Gehen kann von
einigen Betroffenen erworben werden. Durch den erhöhten
Speichelfluss und das unwillkürliche Grimassieren werden
die Kinder oft geistig unterschätzt.
- Ataxie: Es besteht eine Störung der Bewegungskoordination
und des Gleichgewichtes. Bewegungen können nicht dosiert
werden. Die Feinmotorik ist durch Intensionstremor und Dysmetrie
gestört. Der Gang ist breitspurig und unsicher. Die geistigen
Fähigkeiten sind gut.
Therapie
Wichtig für weiterführende
Therapien ist das frühe erkennen von Störungen:
- Haltung- und Muskeltonusveränderungen
- Mangelhafte bzw. fehlende Stellreaktionen
- Mangelhafte bzw. fehlende Gleichgewichtsreaktionen
- Persistierende tonische Haltemuster,
die die Bewegungskoordination verhindern
- Haltungsasymmetrien
- Entwicklungsverzögerungen
- Wahrnehmungsstörungen (kein
Blickkontakt, keine sichere Reaktion auf Geräusche, überempfidliche
Reaktionen auf Berührung....)
Die kritische Erkennungszeit
ist etwa ab dem 4. Monat.
Die Kinder benötigen Physiotherapie,
Ergotherapie und Logopädie.
(Siehe auch Therapien
und Links) |